Antonio Saura
Huesca, 1930 – Cuenca, 1998
Antonio Saura ist eine der Schlüsselfiguren der spanischen Avantgarde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst Autodidakt, begann er Ende der Vierzigerjahre eine intensive Suche, die ihn vom frühen Surrealismus zu einer radikal persönlichen Sprache führte, die auf der Ausdruckskraft von Geste, Materie und Figur beruht.
1957 gehörte er zu den Gründern von El Paso, einer für die Erneuerung der spanischen Nachkriegskunst entscheidenden Gruppe, gemeinsam mit Künstlern wie Luis Feito, Manuel Millares, Rafael Canogar und Antonio Suárez. Seine Malerei brach mit der vorherrschenden akademischen Tradition und trat in einen besonders intensiven Dialog mit der Geschichte der spanischen Malerei, von Goya und Velázquez bis zur internationalen Moderne.
Seine charakteristischen Figuren – Köpfe, Damen, Kreuzigungen und Menschenmengen –, oft in einer kraftvollen Palette aus Schwarz, Weiß und Erdtönen aufgebaut, wurden zu den bekanntesten Zeichen des europäischen Informel. Seine Teilnahme an der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel sowie zahlreiche internationale Ausstellungen festigten seinen internationalen Ruf. Daneben war Saura als Schriftsteller und Kunstkritiker tätig. Heute ist sein Werk in den wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst vertreten, darunter im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía.