Fernando Zóbel
Manila, Philippinen, 1924 – Rom, Italien, 1984
Fernando Zóbel ist eine Ausnahmeerscheinung der zeitgenössischen spanischen Kunst, sowohl wegen der Qualität seiner Malerei als auch wegen seiner entscheidenden Rolle als Intellektueller und Mäzen. Geboren in Manila, studierte er Philosophie und Literatur an der Harvard University, die er magna cum laude abschloss. Seine kosmopolitische Bildung und sein tiefes Interesse an Kunstgeschichte, Literatur, Kalligrafie und den Kulturen Ostasiens prägten ein Verständnis von Malerei von außergewöhnlichem intellektuellem Reichtum.
Ab den Fünfzigerjahren wandte er sich der Abstraktion zu und entwickelte eine Sprache aus Geste, Linie und Raum. Der Einfluss der ostasiatischen Kalligrafie ist in seinen Kompositionen besonders spürbar: Die scheinbare Spontaneität ist das Ergebnis sorgfältiger Planung und tiefen Nachdenkens über Zeit, Bewegung und Stille.
Seine Verbindung zu Spanien erhielt historische Bedeutung, als er 1966 gemeinsam mit Gustavo Torner und Gerardo Rueda das Museum für Spanische Abstrakte Kunst in Cuenca gründete, das zu einem der großen Orte der spanischen Moderne wurde. Als Maler, Schriftsteller, Sammler und Mäzen war Zóbel eine Schlüsselfigur für die Verbreitung und Festigung der spanischen Abstraktion. 1983 wurde er mit der Goldmedaille für Verdienste um die Schönen Künste ausgezeichnet.